England, geb. 1921
v. The Tetrarch a. d. Lady Josephine v. Sundridge
Züchter: Lady Sykes (Sledmere)
Besitzer: H. H. Aga Khan III. später Madame Duverger
Trainer: Dick Dawson
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treiflichter aus dem Jahre 1921:
Deutschland: Alliierte Truppen besetzten das Ruhrgebiet um mehr Zugeständnisse bei ihren Reparationsforderungen zu erzwingen. Das Rheinland ist bereits seit 1920 gemäß dem Versailler Vertrag durch die Alliierten besetzt. Diese Maßnahme sollte den Siegermächten des Ersten Weltkrieges als Faustpfand für die Ausführung der Versailler Bestimmungen dienen. Die Alliierten greifen in Verwaltung und Wirtschaft der drei besetzten Städte (Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort) ein: Der Belagerungszustand wird verhängt, die deutschen Behörden kommen unter ihrer Kontrolle, Zollschranken werden errichtet. Die fremden Truppen werden in Privatwohnungen untergebracht, jeder Bürger muss sich jederzeit ausweisen können. Die Ein- und Ausreise aus der besetzten Zone wird nur berufstätigen Pendlern gestattet. Zeitungen und Flugblätter dürfen nur mit Genehmigung der Besatzungsbehörden ausgegeben werden.
Eine internationale Konferenz in Kairo beschliesst die Teilung Palästinas in ein jüdisches und ein arabisches Gebiet. Demnach dürfen Juden im britischen Mandatsgebiet nur noch westlich des Jordans siedeln, während das übrige Gebiet als Transjordanien seine Eigenständigkeit behält. Vorausgegangen waren blutige Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Juden.
Nach heftigen Auseinandersetzungen in der Parteiführung der NSDAP wird Propagandaleiter Adolf Hitler auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Partei in München zum Vorsitzenden gewählt.
Südirland wird Freistaat - die Teilung Irlands wird besiegelt. In London verständigen sich nach langen, harten Verhandlungen in den frühen Morgenstunden Mitglieder der britischen Regierung und Vertreter der irischen Unabhängigkeitsbewegung Sinn Féin auf einen Kompromiss im Irland-Konflikt. Während Nordirland unmittelbar bei England verbleibt, erhält Südirland als "Irish Free State" den Status eines Dominions im britischen Königreich. Der neue Staat im Süden des Landes wird aus 26 Grafschaften gebildet und erhält die gleiche Rechtstellung wie die Dominions Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika.
Der Roman "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk während des Ersten Weltkrieges" erscheint in Prag. Autor Jaroslav Hasek erfindet mit dem einfachen Soldaten Schwejk eine Figur, die dem Kriegsalltag mit berechnender Naivität und der Schläue des kleinen Mannes trotzt. Militärische Befehle werden von Schwejk wörtlich ausgeführt und damit oft der Lächerlichkeit preisgegeben.
Albert Einstein erhält den Nobelpreis für Physik und Charlie Chaplins erster abendfüllender Film "The Kid" (Der Vagabund und das Kind) erlebt in den USA seine Uraufführung. Der Andrang in den Lichtspieltheatern ist riesengroß.
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ls Züchterin von Mumtaz Mahal zeichnet Lady Sykes, sie bot die Stute bei den Doncaster Yearling Sales an. Für den Höchstpreis der Auktion von 9100 Guineas ersteigerte Georg Lambton die vierbeinige Lady, die in ihrem Haarkleid so wenig den Vater verleugnen konnte. Aber Lambton steigerte nicht auf eigene Rechnung, sondern handelte im Auftrag von H. H. Aga Khan III. Dass die Schimmelstute den Höchstpreis erzielte, war keine Überraschung. Die Jährlingsstute präsentierte sich als sehr wohlgewachsen und außergewöhnlich gut entwickelt, sehr athletisch gemacht; sie war ein richtiger "Hingucker".
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umtaz Mahal bezog eine Box bei dem Trainer Dick Dawson in Whatcombe. Dawson trainierte die Aga-Khan-Pferde bis zum einem Streit im Jahre 1931. Ein erster Auslöser des Streits war der erste Derbysieger des Khans Blenheim (1930), der sich im Training einen schweren Sehnenschaden zuzog und keine Rennen mehr bestreiten konnte. Es kriselte in der Verbingung Trainer / Besitzer, das Faß soll letztendlich nach einem Ritt des Aga-Khan-Sohnes Prince Aly Kahn in einem Amateurrennen übergelaufen sein. Am 10. September 1931 war der Aga-Hengst Firdaussi noch dritter in den Rous Stakes zu Doncaster gewesen, am 11. September war diese erfolgreiche Verbindung endgültig beendet und die Pferde kamen erst einmal in Obhut von John Beary. Dessen Bruder Michael Beary - übrigens Jockey bei Dawson und somit auch Jockey der Aga-Khan-Pferde - war nicht nur mit Prince Aly Khan befreundet sondern auch der rennsportlicher Mentor des Prince Aly Khan. Schließlich fanden die meisten Aga-Khan-Pferde bei Frank Butters eine neue Heimat.
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awson ließ die Zweijährige im Mai in den Spring Stakes in Newmarket an den Start gehen. Mumtaz Mahal gewann spielerisch leicht mit drei Längen Vorsprung - als Zweite kam Straitlac über die Ziellinie, die ein Jahr später die Oaks gewinnen sollte. Das ganze Rennen war schnell, schließlich blieb die Uhr bei 57,8 stehen. So eine fantastische Zeit in einem Maiden-Rennen, das hatte es noch nie gegeben.
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hren nächsten Start bekam die flinke Schimmelstute in Ascot bei den Queen Mary Stakes, die Quote lautete 4:1. Sie raste über die Bahn und gewann in einer ebenfalls fantastischen Zeit mit sage und schreibe 10 Längen Vorsprung. Irgendein britischer Journalist verpasste Mumtaz Mahal nach diesem Sieg den Nicknamen "The Flying Filly". Es folgten drei weitere glänzende Siege in den National Breeders Produce Stakes (5 Längen-Sieg), Malecomb Stakes (10 Längen Vorsprung) und den Champagner Stakes, ihrem ersten Rennen über sechs Furlongs, dass sie mit drei Längen einstrich.
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ie sollte im Oktober mit einem Start in den Imperial Produce Plate über sechs Furlongs ihre Zweijährigen-Saison beenden. Am Morgen des Renntages öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete in Strömen, der Boden wurde sehr schwer… Wie auch immer, H. H. Aga Khan war nicht vor Ort um die Entscheidung über einen Start zu sanktionieren, und da die Gegner auch nicht so stark aussahen, wagte Dawson den Versuch. "The Flying Filly" war in diesem Rennen nicht so dominant, sie schlidderte ein wenig, der tiefe Boden war einfach nicht nach ihrem Geschmack und ihr Galopp war längst nicht so ausgreifend wie man es von ihr gewohnt war. Sie verkaufte sich tapfer, aber auf der letzten halben Furlong stellte sie der Hengst Arcade und sie beendete das Rennen als Zweite. Aber trotz dieser Niederlage war klar, sie war die beste Zweijährige im ganzen Land und ihr war beileibe kein Zacken aus der Krone gefallen.
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espannt warteten die Rennbahnbesucher auf die dreijährige Mumtaz Mahal. Niemand glaubte so recht, dass die Lady über die Meile kommen würde, aber Dawson bereitete sie trotzdem auf die 1000 Guineas vor. Mit sechs Längen führte sie zum Teil das Feld in den Guineas an, aber an der Steigerung wurde sie kürzer, die Verfolger holten auf und schließlich kam Plack an ihr vorbei. Mumtaz Mahal wurde mit einer halben Länge geschlagen. Noch einmal versuchte man es mit der wieselflinken Stute auf einer längeren Distanz, sie blieb unplatziert in den Coronation Stakes. Dawson schicke sie zurück auf die Sprintdistanzen und gewann mit der Stute die King George Stakes (6 Furlongs) in Goodwood und die Nunthorpe Stakes (5 Furlongs). Letzteres mit sechs Längen Vorsprung.
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umtaz Mahal war wie ihr Vater mit einer fantastischen Grundschnelligkeit ausgestattet. Auf kurzen Distanzen war "The Flying Filly" nicht zu schlagen, sie galoppierte ihre Gegner in Grund und Boden. Mumtaz Mahal war eine der besten Sprinterinnen, die England jemals gesehen hat.
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umtaz Mahal war auch als Mutterstute eine Perle. Sie brachte insgesamt neun Nachkommen, davon waren sieben Sieger auf die Bahn: Mirza (v. Blenheim), Badruddin (v. Blandford), Furrokh Siyar (v. Colorado), Mah Mahal (v. Gainsborough), Mumtaz Begum (v. Blenheim) und Rustom Mahal (v. Rustom Pasha). Ihre Söhne waren auf der Rennbahn besser als die Mädels, aber ihre Töchter waren "Knaller" in der Zucht...
Mah Mahals bester Nachkomme war der Derbysieger aus dem Jahre 1936, den Schimmel Mahmoud (v. Blenheim), der dieses Rennen in neuer Rekordzeit gewann. Später wurde der zierliche Hengst nach Amerika verkauft und dort 1946 Champion-Sire.
Einen der besten Vererber lieferte Mumtaz Begum mit dem etwas eigenwilligen Nasrullah (v. Nearco), auf der Bahn war der Hengst ein gutes Rennpferd, zwar nicht so überragend wie Jahre später z. B. der Tesio-Hengst Ribot, aber zweijährig immerhin Sieger in den Coventry Stakes und zweiter in den Middle Park Stakes. Im Derby (kriegsbedingt in Newmarket ausgetragen) landete er auf dem dritten Platz und siegte später in den Champion-Stakes. In der Zucht aber hatte der Hengst eine ganz andere Marke. 1951, wurde Nasrullah Champion-Deckhengst von England. Es wird die englischen Züchter geschmerzt haben, dass dieser Hengst zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in "greifbarer Nähe" stand. Bereits ein Jahr zuvor, 1950, war Nasrullah nach Amerika verkauft worden. Der Enkel der Mumtaz Mahal avancierte dort zu einem der begehrtesten Deckhengste. Seine Leading-Sires-Titel in Amerika notieren aus den Jahren 1955, 1956, 1959, 1960 und 1962.
Ein anderer Sohn der Mumtaz Mahahl mit dem Namen Aurangzebe von Gainsborough war zweijährig bei drei Starts in England unplaciert und tauchte dann später in Indien auf. Sechs- bis Siebenjährig gewann er in Bombay und Boona drei Handicaps der Classe III.
Ihr 1937 geborener Sohn Nizami von Firdaussi klebte das Pech an den Hufen, er placierte sich bereits zweijährig fünfmal in "Black-Type"-Rennen in England. Nur Siege, die wollten einfach nicht klappen. Später wurde der Hengst nach Neuseeland verkauft, wo er viele Jahre zu den erfolgreichsten Vererbern gehörte.
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uf "The Flying Filly" gehen viele Champions in der Vollblutzucht zurück, hier ein Auszug:
Petite Etoile (One Thousand Guineas, Oaks), Alyisa (als Siegerin der Oaks disqualifiziert, später eine Zuchtperle), Habibti (July Cup, Prix de l' Abbaye de Longchamp), Ginetta (Poule d'Essai des Pouliches, Prix du Moulin de Longchamp), Shergar (Epsom Derby, Irish Sweeps Derby, King Georg VI and Queen Elisabeth Stakes), Mange Tout (Windsor Castle Stakes, Molecomb Stakes, Prix d'Arenberg), Rose Dubarry (Lowther Stakes, Norfolk Stakes, beste Zweijährige in ihrem Jahrgang), Risen Star (Preakness Stakes, 3. im Kentucky Derby, Belmont Stakes), Kalamoun (Poule d'Essai des Poulains, Prix Lupin, Prix Jacques le Marois) und natürlich Oh So Sharp (One Thousand Guineas Stakes, Oaks, St. Leger).
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umtaz Mahal zog 1930 von Irland nach Frankreich in das Gestüt. 1938 folgte ein Abstecher zurück zu Windsor Lad nach England. 1939 blieb die Stute nach Taj Akbar güst. Hier und da wird behauptet, dass Mumtaz Mahal in den Wirren des II. Weltkrieges untergegangen ist, dem ist nicht so! 1940 war Mumtaz Mahal in den Besitz von Madame Duverger gegangen. Die Stute blieb auch in den Jahren 1940 bis 1942 nach Taj Akbar güst, in den darauffolgenden beiden Jahren wurde sie nicht mehr gedeckt. 1944 lautete der Eintrag im französischen Gestütsbuch schlicht: morte - tot. Diese Auskunft bekam ich von Georg Lange, dem Autoren des Buches "75 Jahre - The Aga Khan's Racing and Breedings Studs" und eine bessere Quelle gibt es nicht;-). An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, welches "ratzfatz" den Kontakt zu stande brachten.
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amit niemand auf die Idee kommt, ich hätte alles im Kopf gibt es hier ein
Literaturverzeichnis . Hinzugekommen ist ein separater
"Altertums;-)-"Statistikteil, der sukzessiv erweitert wird.
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berühmte Pferde - ihre Geschichten und Legenden.
01.11.2002 © www.kincsem.de