E in Wort zuvor: In dem Allgemeinen Englischen Gestütsbuch (das erste Gestütsbuch wurde 1793 herausgegeben) sind 103 orientalische Hengste als Gründer der Rasse Vollblut verzeichnet – in dem Turfregister William Picks sogar 160. Eine genaue Zahl zu nennen, ist schlichtweg unmöglich: es war damals üblich, den Pferden den Namen des Besitzers zu geben; bei einem Verkauf wurde das Pferd “einfach” unter den Namen des neuen Besitzers in die Zuchtbücher erneut eingetragen. Nettes Chaos! Also kann man davon ausgehen, dass einige Pferde in den ersten Registern doppelt und dreifach vertreten sind. Heute tendiert man zu der Aussage, dass 50 % der männlichen Vollblutahnen Araber sind und sich die restlichen 50 % zu gleichen Teilen zwischen Türken und Berbern aufteilen. Sei’s drum, denn die Ehre, als Stammväter in der Vollblutzucht unsterblich zu werden, wurde nur drei Hengsten zuteil.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) und eine endlose Zahl von großen und kleinen kriegerischen Auseinandersetzungen überzogen im 17. Jahrhundert Europa. Kaum ein “Landesfürst”, der nicht seine Söhne für Landgewinne, Sicherung strittiger Landesgrenzen, Ausweitung politischer Machtgelüste oder in anderen sinnlosen, blutigen Konfrontationen metzeln ließ. Die lange und tiefgehende Zerstrittenheit des christlichen Abendlandes im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde schon lange “wohlwollend” von dem osmanischen Reich beobachtet, verspürte das herrschende Haus trotz einiger Niederlagen (die große Chance, die der Dreißigjährige Krieg ihnen bot, hatte man durch eigene Intrigenspiele vertan) doch noch immer immensen Appetit, seine Grenzen bis weit ins Abendland neu abzustecken. Der Fels in der Brandung, die Bastion der Christen, die fallen musste, war und blieb Wien. Seit der vergeblichen Belagerung Wiens im Jahre 1683 gab es endlose Scharmützel zwischen dem osmanischen und dem christlichen Herr.