Hier nun eine "kurze" Übersicht der wesentlichen Eckdaten des Galopprennsports. Weiß
jemand zufällig, welche Sportart urkundlich früher erwähnt wurde? Hand
auf's Herz, welche Sportart verfügt über so eine lange 1A dokumentierte
Historie - Tennis, Formel 1, Fußball, Beach-Volleyball...?
648
v. Christi -
Olympische Spiele mit Wettreiten (vorher Wagenrennen).
365
v. Christi -
Reitlehre Xenophons.
55
v. Chrsti - die
ersten orientalischen Pferde gelangen durch Julius Cäsar nach
England.
208
- in Yorkshire
(England) trainieren römische Soldaten Pferde und halten Wettrennen
ab.
1309
- erstes
offiziel beurkundete "Galopprennen" in Newmarket (England).
Selbstverständlich wurden diese Rennen noch nicht mit Vollblütern
veranstaltet, bis die neue Rasse auf den Plan kam, dauerte es noch...
1532
- Gründung der
Reitakademie Neapel durch Gresio.
1540
- die ersten "Rennen" werden in Chester (England) ausgetragen, die
schmalste Rennbahn Englands mit dem ihr eigenen Charme excestiert heute
noch!
1578
- Fugger: "Von
der Gestüterey" - erstes in deutscher Sprache verfasstes Werk über
Gestütskunde.
1580
- Queen Elisabeth I. besucht die Rennbahn von Salesbury.
1595
- eine Rennbahn "erscheint" auf der Landkarte von Doncaster Twin Moor
(England).
1605
- König James I. besucht als erster Monarch die Rennbahn von Newmarket
(England).
1630
- erste
urkundliche Erwähnung einer "Stuttery" in Graditz (Deutschland) .
1640
- die ersten Rennen werden in Epsom (England) ausgetragen.
1660
- unter dem rennsportbegeisterten König Charles II. avanciert Newmarket
zum Zentrum des neuen Sports "Pferderennen". 5 Jahre später werden die
King's Plate, Vorläufer der späteren Zuchtrennen, gestiftet von König
Charles II, aus der Taufe gehoben.
1665
- Amerika: in New York (Long Iland) wird die erste Rennbahn
abgesteckt.
1670
- die ersten
"Royal Mares", Stammütter der Vollblutzucht, werden nach England
importiert.
Ein Mann names Y. Nelson erstellt die ersten
Aufzeichnungen über Rennergebnisse in England.
1686
- Offizielles
Gründungsjahr des Gestüts Graditz (lt. Akten des Sächsischen
Hauptstaatsarchivs).
1689
- Byerley Turk, der erste Stammvater der sich nun über viele
Jahrzehnte hinweg vorsichtig herausgebildeten Rasse Vollblut, erreicht
England zum "verfeinern".
1704
- Gründervater Nr. 2, Darley Arabian, der heute noch zu 90 % in
der Ahnentafel eines jeden Vollbluts "drin" ist, kommt nach England.
1709
- York (England) hält sein erstes Renn"meeting" ab. In England
erscheinen die ersten offiziellen Rennberichte.
1722
- "Stuttery" in
Doberan.
1727
- John Chenny
veröffentlicht den ersten Rennkalender in England; zum ersten Mal werden
- ebenfalls in England - Geldpreise an Sieger und Plazierte
vergeben.
1730
- der letzte Gründervater der neuen Rasse Vollblut,
Godolphin Arabian, landet in England.
c.
1750 - der
englische Jockey Club nimmt seinen "Dienst" auf. Für Neulinge in diesem
Sport sei kurz erklärt, daß es sich hier nicht um einen Club der Jockeys
handelt, sondern um die obere "Heeresleitung" im englischen
Galopprennsport, einer ungemein mächtigen Institution.
1751
- John Pond gibt den ersten" Sporting Kalender" heraus, ob dieser
Gentlemann geahnt hat, daß sich seine Idee durchsetzen würde und im
Laufe der Jahrhunderte immer wieder verfeinert werden würde?
1752
- das erste
"notierte" Jagdrennen wird zwischen Herrn Edmund Blake und Herrn
O'Callagham in einem Match über 4 1/2 Meilen ausgetragen. Start war die
Kirche von Buttewant, Ziel die St. Leger Kirche von Cork.
1758
- der Jockey
Club erläßt erstmalig die Order, dass in Newmarket die Jockeys nach dem
Rennen zurückgewogen werden.
1762
- Premiere: zum
ersten Mal werden die Rennfarben der Besitzer der am Rennen
teilnehmenden Vollblüter regiestriert.
1766
- ein Mann
names Richard Tattersall organisiert im Hyde Park Corner (London) die
erste Auktion.
1774
- Geburtsjahr
von Highflyer (Züchter Sir Charles Bunburry), dem größten
Rennpferd des 18. Jahrhunderts in England.
1776
- das erste
Rennmeeting wird in der Nähe von Paris (Frankreich) organisiert. In
Doncaster geht eins der ältesten Rennen der Welt an den Start: das
klassische St. Leger, Sieger: Allabaculia v. Sampson,
Besitzer: Lord Rockingham, Trainer C. Scaife, Jockey J. Sigleton - man
möge es sich auf der Zunge zergehen lassen... ununterbrochen ausgetragen
seit 1776!
1779
- der nächste
Klassiker kommt an den Ablauf: The Oakes Stakes in Epsom; Siegerin
Bridget v. Herold, Besitzer: Lord Derby, Trainer Saunders,
Jockey: R. Goodisson.
1780
- England wird
immer munterer;-), das Derby in Epsom startet. Der erste weltweite
Derbysieger ist Diomed.
c.
1790 - ein
neuer Beruf entsteht, die ersten Buchmacher werden auf den Rennbahnen
gesichtet und ebenfalls im Jahre 1790 schwappt der Virus Rennsport
endgültig nach Irland über.
1807
- der Ascot
Gold Cup erlebt in Ascot (England) seine Premiere. Sieger Master
Jackey trainiert von R. Prince im Besitz J. H. Durand, Jockey nicht
überliefert.
1809
- Newmarket
(England) ruft das nächste klassische Rennen aus: 2000 Guineas. Sieger
Wizard v. Sorceror, Besitzer C. Wilson, Trainer T. Perren,
Jockey W. Clift.
1810
- der 5.
Kontinent greift ein, in Sydney werden die ersten Rennen
veranstaltet.
1814
- das
Starterfeld der 1000 Guineas werden in Newmarke auf die Reise geschickt.
Siegerin Charlotte v. Orville, Besitzer C. Wilson, Trainer
T. Perren, Jockey W. Clift.
1816
- das Wahrzeichen "Meck-Poms" (ja, damals hieß das anders)
kehrt wieder Heim in das Gestüt Ivenack, der berühmte Schimmel Herodot. Dieser Hengst hatte schon früh einen legendären
Ruf als Vererber, welcher - man möge die Zeit bedenken - bis nach Paris "in" die Ohren eines gewissen Kaisers drang, dessen
begehrliche Blicke sich gen Norden Deutschlands richteten. Als General Blücher mit seiner Armee auf der Flucht vor des Kaisers Garden
durch das bis dahin neutrale "Meck-Pom" zog, schnappte die Armee Napoleons zu, drangen in Ivenack ein und klauten den Hengst.
Es gibt wohl kaum ein Pferd, was ein abenteuerlicheres Leben geführt hat, als Herodot.
1822
-
Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern - Deutschland) wird zur Wiege des
Galopprennsports auf dem alten Kontinent. Verneigung vor den Menschen
mit Visionen, die heute bedauerlicherweise fast keiner mehr kennt: Graf
von Plessen, Graf Hahn-Basedow und Familie Friedrich Pogge
1827
- Ungarn läßt
sich ebenfalls vom Galoppennsport einfangen, auch hier gehen die ersten
Rennen ab.
1829
- Liverpool
feiert die Eröffnung seiner neuen Rennbahn - Aintree ist "on air".
1834
- "Gesetzgebung
á la Newmarket" - alle Vollblüter werden am 1. Januar unabhängig vom
tatsächlichen Geburtsdatum ein Jahr älter . Im Jahre 1858 wird diese
Regelung in ganz England übernommen.
Köln (Deutschland), das
Union-Rennen wird zum ersten Mal ausgetragen, ursprünglich war
angedacht, dass dieses Rennen die wichtigste Prüfung für dreijährige
Pferde sein sollte, später ist man dann dem Vorbild England gefolgt und
installierte 1869 das Deutsche Derby.
1836
- Lord Bentinck
erfindet den Pferdetransporter und trickst die Buchmacher aus. Er
meldete seinen Hengst Elis v. Langar für das St. Leger an
und ließ Elis aber recht knapp zuvor in Goodwood an den Start
gehen. Normalerweise dauerte damals die Reise "zu Fuß" an der Hand des
Pflegers von Goodwood nach Doncaster so zehn Tage, ein nicht ganz
ungefährliches Unterfangen (Wetterverhältnisse, Verletzungen und von
Wegelagerei ganz zu schweigen), aber unsere Lordschaft - belebt durch
einen erfinderischen Geist - ließ von seinem Dorfschmied eine andere Art
" sechsspännige Kutsche" zimmern . Gezogen von den anderen Pferden,
spazierte Elis frisch und ausgeruht eine Stunde vor Rennbeginn
aus dem "Transporter". Die Buchmacher-Zunft staunte nicht schlecht,
hatten sie doch für Elis sehr hohe Quoten auf den Markt
geschmissen, alle waren der Meinung Elis würde es a) nie
rechtzeitig zum St. Leger schaffen und b) wenn doch, wäre der Hengst
völlig fertig und würde verlieren. Tat er aber nicht und Lord Bentinck
wird ein erkleckliches Sümmchen eingestrichen haben.
Frankreich
übernimmt das Derby mit dem heutigen Prix du Jockey Club in
Chantilly.
1837
- Italien,
genau genommen Florence und Neapel, nimmt den Rennbetrieb auf.
Der
erste Sieger in der Grand National heißt The Duke, im Besitz von
Mr. Sirdefield. Zwei Jahre später wird die Grand National nach Aintree
(Liverpool, England) verlagert, hier trägt sich Lotterly,
Besitzer J. Elmore, Trainer G. Dockeray, Jockey Jem Mason.
Erstmalig
wird der deutsche Rennkalender herausgegeben.
1838
- Melbourne
Victoria - (Australien) meldet sich zu Wort.
1842
- Neuseeland
steht auch nicht zurück - in Auckland laufen sie zum ersten Mal um Sieg,
Platz ....
1843
- die Prix de
Diane wird zum ersten Mal in Chantilly (Frankreich) ausgetragen.
1844
- Gründung des
Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins.
1847
- das erste
"Allgemeine Deutsche Gestütbuch" (ADGB) wird herausgegeben (Erstausgabe
müsste man haben;-).
1850
- Geburtsjahr
von Lexington, dem größten Vererbers Amerikas im 18.
Jahrhundert.
Turnus, Züchter Graf Hahn-Basedow, gewinnt als
erstes in Deutschland gezogenes Vollblut den Steward Cup (Doncaster,
England) sowie den Chesterfield Cup. Später wird der Turnus
Deckhengst in England.
1851
- The Flying
Dutchmann schlägt in York (England) in einem Match
Voltigeur.
1852
- Gründung des
Hamburger Renn-Clubs.
1853
- West
Australian wird der erste Sieger der Triple Crown in England.
1857
- Gründung des
Bremer Rennvereins.
1858
- Baden-Baden,
Iffezheim (Deutschland) hält sein erstes Meeting ab. Der Grosse Preis
von Baden verzeichnet den ersten Sieger, nein Siegerin, La
Makadetta im Besitz von A. Lupin
1859
- ein Rennen
für zweijährige Hengste und Stuten wird erstmals ausgetragen: das
Badener Zukunftsrennen. Sieger Atalanta v. Blackdrop a. d.
Brown Bess. 1860 trug sich übrigens der Vollbruder Atalantas,
Meleager in Siegerliste ein.
1860
- In England
gehen keine Jährlinge (!) mehr an den Start.
1861
- im Land der
aufgehenden Sonne wird das erste Rennmeeting organisiert - genau in
Yokohama (Japan).
1865
- Gründung des
Rennvereins München-Riem.
1867
- in
Deutschland öffnet Hoppegarten (Berlin) seine Tore und etabliert sich
als Mekka des hiesigen Galopprennsports. Vergleiche zu den Metropolen
Ascot, Epsom und Longchamp sind durch aus erlaubt. Zu den Glanzzeiten
Hoppegartens standen hier ca. 1000 Pferde im Training. Beendet wird die
glorreiche Aera Hoppegartens durch das Ende des II. Weltkrieges. In der
ehemaligen DDR geht der Rennbetrieb zwar weiter, aber an die alten
Zeiten konnte man nicht wieder anknüpfen.
Die Belmont-Stakes werden
in New York "to the first time" ausgetragen
1869
- in
Hamburg-Horn (Deutschland) gewinnt Investment das erste Deutsche
Derby. Besitzer: Ulrich von Oertzen, Trainer: R. Batemann, Jockey: W.
Little.
Das älteste Vollblut-Privatgestüt der Welt, Schlenderhan,
wird gegründet, über Inflationen, zwei Weltkriege, Verfolgung und
sonstigem Unbill hinweg - seit Generationen in der Hand der Familie
Oppenheim bzw. heute im Besitz der Tochter von Baronin Gabrielle v.
Oppenheim, Karin Baronin v. Ullmann.
1874
- Geburtsjahr
der ungarischen Wunderstute Kincsem - 54 Starts, 54 Siege, die
Lady war unschlagbar und hält diesen Rekord seit Jahrhunderten.
Gleich "nebenan" wurde am 5.11. im böhmischen Pardubitz zum ersten Mal ein Hindernisrennen veranstaltet, das lt. der österreichischen Stewards durch seine Schwierigkeit und Vielfältigkeit an Sprüngen einzigartig in ganz Europa sein sollte. Die Erfinder dieses Rennens waren Prinz Emil Fürstenberg, Graf Maximilian Ugarte und Oktavian Kinsky. Dieses Rennen erhielt den Namen "Große Pardubitzer Steeplechase". Dotierung damals betrug 8.000 (Problem, waren es damals österreichische-ungarische Schillinge?
Martin Cap und ich wissen es nicht, auf alle Fälle
war diese Summe bemerkenswert). Es starteten 14 Pferde, 6 Pferde zeigten sich den Anforderungen der Sprünge gerecht und kamen nach
Hause. Sieger der ersten "Velká Pardubická" war der sechsjährige Hengst Fantome v. Orphelin aus dem Stall des deutschen Barons von
Gramm, Jockey der Engländer G. Sear. Der Sieger schleppte übrigens 80,5 Kilo über die Bahn.
1875
- Amerika legt
in Sachen Derby nach, auf den Churchill Downs in Lexington (Kentucky)
heißt der erste Sieger Aristides.
1878
- gelingt die
erste Fotoaufnahme eines galoppierendes Rennpferdes in Californien
(Amerika) dem in England geborenen Fotografen Eadweard Muybridge.
1879
- der Jockey
Club "räumt auf", zukünftig dürfen in England nur noch lizenzierte
Jockeys an den Start gehen.
1881
- Geburtsjahr
des sagenhaften St. Simon.
In Canada starten in Woodbine.
(Toronto) die ersten Rennen
1883
- Gründung des
Gestüts Görlsdorf bei Angermünde.
1886
- Mit den
ersten Eclipse Stakes in Sandown Park (England) wird eine Schallmauer
durchbrochen, Siegpreis 10.000 Pfund. Die heimste Mr. Hedworth Barclay's
brauner Hengst Bendigo ein.
Am 8. November nimmt sich Englands
bester Jockey Fred Archer das Leben. Er war einer der genialsten Reiter
seiner Zeit.
1890
- Gründung des
"Dresdener Reiterheimes", ab 1893 Dresdener Rennverein. Um- und Ausbau der Rennbahn Doberan.
1895
- da staunte
man in England nicht schlecht: der Amerikaner Willie Simms reitet auf
der Insel mit kurzen Steigbügeln und führt die moderene Reitweise ein.
1896
- Gestüt
Waldfried wird gegründet, u. a. Wirkungsstätte der erfolgreichen
Festa.
1897
- Gründungsjahr
des Kölner Rennvereins, ein Jahr später wird der Große Preis des
Winterfavoriten gestartet. Sieger: Hagen v. Charibert.
1898
- der spätere
große italienische Züchter Frederico Tesio gründet mit Razza Dormello in
der Nähe des Lago Maggiore sein weltberühmtes Gestüt.
1903
- der englische
Jockey Club verbietet das Doping. "Eingeführt" wurde diese Unsitte von
amerikanischen Trainern, die da ihren Pferden mit nun unerlaubten
Mitteln "Geschwindigkeitsdrops" verabreichten.
1906
- Gründung des
Magdeburger Rennvereins. 1907 wird die Rennbahn Herrenkrug eröffnet.
1907
- der Hamburger
Hermann Goos erstellt auf Basis der Sieger in den bedeutendsten Rennen
Englands, Frankreichs, Deutschlands und Österreichs die Stammtafeln des
englischen Vollbluts.
1911
- Gründung des
Krefelder Rennvereins.
1912
- in Halle an
der Saale eröffnet die Rennbahn an den Passendorfer Wiesen. Zu diesem
Zeitpunkt gibt es in Deutschland bereits 100 Rennbahnen.
1913
-
Dark Ronald wird nach Deutschland importiert.
"Jersey Act": Lord
Jersey definiert die Bestimmungen zur Anerkennung des Vollbluts neu.
1916
- Sensation in
Hamburg-Horn, der Jockeylehrling Otto Schmidt gewinnt überraschend auf
dem Weinbergschem Hengst Amorino das Deutsche Derby. Otto Schmidt
avanciert zu einem der berühmtesten Jockeys Deutschlands.
1917
- Geburtsjahr
des amerikanischen Vollblüters des 19. Jahrhunderts Man
O'War.
1920
- eins der
bedeutesten Rennen der Welt, der Prix de l' Arc de Triomphe wird aus der
Taufe gehoben. Gewinner: Comrade.
1924
- der
Cheltenham Gold Cup wird zum ersten Mal auf die Reise geschickt. Sieger:
Red Splash
Geburtsjahr von Oleander im Gestüt
Schlenderhaner, u. a. dreimaliger Gewinner des Grossen Preis von Baden
(1927 - 1929), ein grosses Rennpferd und ein massgeblicher Vererber
erblickt das Licht der Welt.
1926
- Geburtsjahr
des australischen Jahrhunderpferdes Phar
Lap.
Fortschrittliches Bad Doberan, das erste Damen-Rennen wird
veranstaltet.
1927
- die ersten
Rennen, namentlich das Derby und die Grand National, werden live im
Radio übertragen.
1929
- die
englischen Behörden erteilen Mrs. Nancy Lynn als erster Frau eine
Buchmacherkonzession.
1932
- das Englische
Derby wird live im Fernsehn übertragen, siegreiches Team: April the
Fifth, Besitzer und Trainer T. Walls, Jockey F. Lane.
Nippon
kommt endgültig aus dem Knick und startet mit dem Japanischen Derby.
1933
- Bildung der
"Obersten Behörde für Vollblutzucht und Rennen".
1933
- Geburtsjahr von
Nereide. Drei Jahre später gewinnt die Erlenhoferin in der Rekordzeit von
2:28,2 das Deutsche Derby. Erst 1973 gelingt dem Zoppenbroicher
Athenargoras diese Zeit einzustellen. Im Jahre 1993 wurde der
Rekord von dem Ittlinger Lando mit 2:26,8 geknackt. 1999 setzte
der für das Turfsyndikat '99 startende Lomitas-Sohn
Belenus mit 2:25,8 "noch einen drauf".
Auf den meisten
amerikanischen Rennbahnen hält die Zielfotografie Einzug. 1947 wird das
"Verfahren" von England übernommen.
1937
- ihr Jockey,
Gerhard Streit, bezeichnete sie als "Überpferd", ein Prädikat, was nur
ganz, ganz selten vergeben wird. Die Schlenderhanerin Schwarzgold
wird ein paar Jahre später das überragende Rennpferd ihrer Zeit.
1938
- Frederico
Tesio verkauft Nearco, einen Jahrhundertvererber, nach England.
In Deutschland wird als Leistungsparameter der Generalausgleich
eingeführt.
1945
- Deutschland
liegt in Trümmern, alles was östlich liegt, ist auf der Flucht.
Am 3.
Juni veranstaltet die Rote Armee Rennen in Bad Doberan, es laufen die
unterschiedlichsten Rassen. Die Rennbahngebäude Doberans fallen den
beiden folgenden langen und harten Winter zum Opfer. Die Menschen froren
und woher brennbares Material nehmen. Buchstäblich wurde die Holzgebäude
"per Hand" bei Nacht und Nebel immer mehr abgetragen und in Öfen, auf
offenen Feuer "verheizt". So verschwand die älteste Rennbahn des
Kontinents prakitsch von der Bildfläche.
1946
- Frankreich
öffnet alle Rennen, d. h. auch in den Klassikern dürfen Pferde aus dem
Ausland an den Start gehen.
Die Rennbahn Hamburg Horn ist immer noch
ein Riesenkrater (45 Bombentrichter zählte man), so wird das Deutsche
Derby in München-Riem ausgetragen, ein Jahr später in Köln-Weidenpesch.
1948 ist das Deutsche Derby dann wieder zu Hause.
1947
- Gründung des
Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e. V. in Köln als Dachverband des Turfs in Deutschland.
1950
-
Nasrullah verläßt Irland und geht nach Kentucky ins Gestüt.
1951
- der
sechsjährige Amerikaner Citation galoppiert als erstes Pferd über
die Gewinnsumme von 1 Millionen Dollar.
Premiere erleben die King
Georg VI and Queen Elisabeth Stakes in Ascot. Sieger Supreme
Court.
1952
- in Italien
erblickt "Piccolo" (der Kleine, so genannt von seinem Züchter Frederico
Tesio), der zweifacher Arc-Sieger Ribot das Licht der
Welt.
Otto Schmidt hängt mit 2.216 Siegen die Reitstiefel an den
berühmten Nagel (zwei Siege kommen später noch bei Trainerrennen hinzu).
1957
- Geburtsjahr
des fantastischen englischen Hindernisrennpferdes Arkle. In
Deutschland wird die älteste "Sportler"-Wahl über die ARD Dank Addi
Furler ins Leben gerufen, die "Wahl zum Galopper des Jahres".
1960
- der legendäre
ehemalige Schlenderhaner Trainer George Arnull, einer der beliebtesten
Turfpersönlichkeiten stirbt im April. Im Juli schließt das Hoppegartener
Urgestein Pan Horalek für immer die Augen.
1962
- der Franzose
Sea Bird wird drei Jahre später dem Renngeschehen in Europa
seinen Stempel aufdrücken.
Im Gestüt Woschod in der damaligen UdSSR
"schlüpft" Anilin auf die Welt und wird in den Jahren 1965 - 1966
zu einem erstklassigen Devisensammler für sein Heimatland, u. a. gewinnt
der Russe in den Jahren 1965 - 67 "three times" den Grossen Preis von
Europa.
1963
- In
Deutschland (Köln-Weidenpesch) erfährt mit dem Grossen Preis von Europa
das bis dato gewinnreichste Rennen seinen Stapellauf. Sieger:
Opponent im Besitz von Frau K. Thissen, geritten von Hein Bollow
und trainiert von J. Hochstein. Auf Sieg gab es übrigens für DM 10
Einsatz DM 52 zurück.
1966
- der englische
Jockey Club vergibt erstmals Trainerlizenzen an Frauen.
1971
- Einführung
der Rennquintettwette.
1972
- England,
Frankreich, Deutschland, Irland und Italien einigen sich auf ein System
international vergleichbarer Gruppenrennen.
1973
- der
amerikanische Hengst Secretariat wird gegen die Konkurrenz von
Zweibeinern zum "Sportler des Jahres" gewählt.
In Hannover wird die
neugebaute Rennbahn Neue Bult eröffnet.
1974
- der
Schlenderhander Lombard galoppiert als erster deutscher
Vollblüter über die Gewinnsumme von einer Millionen DM.
1975
- der in der
irischen Dependance des Gestüt Röttgens geborene Star Appeal
gewinnt für die Farben des Stall Moritzberg als Riesenaussenseiter unter
Greville Starkey als erstes Pferd für Deutschland den Prix de'l Arc de
Triomphe. Da waren vom Staatspräsidenten bis zum kleinen
Rennbahnbesucher alle geschockt. Auf Sieg für 10 DM Einsatz gab es ca.
1019 DM an der Kasse. Zuvor hatte der Moritzberger bereits in England
und Italien Gruppe I-Rennen gewonnen.
1978
- Hongkong hat
Platznöte, aber trotztdem gelingt es neben Happy Valley eine zweite
Rennbahn in Betrieb zu nehmen. Der Boden der neuen Rennbahn Sha Tin wird
zwar dem Meer abgerungen, aber die Bahn ist eine Show für sich.
1979
- der
Zoppenbroicher Königsstuhl wird der erste und bislang einzige
Sieger der deutschen Triple Crwon.
1980
- Einführung
des Elektronentoto auf den westdeutschen Rennbahnen.
1981
- die Arlington
Million in Chicago wird ins Leben gerufen und Japan lockte mit dem
damals höchstdotierten Rennen der Welt, dem Japan Cup.
Der Dortmunder Rennverein
eröffnet seine wintersicherere Sandbahnanlage mit Flutlichtanlage.
1982
- in einigen
Bundesländern, vor allen Dingen in Nordrhein-Westfalen, wird von den
Behörden eine spürbare Mehrbelastung der Rennvereine in der Rennsteuer
beschlossen, deren Folge stark rückläufige Wettumsätze und somit Erträge
sind:-( .
1985
- er war
Champion der Herrenreiter, ein Lebenskünstler und Trainer aus
Leidenschaft: Adrian von Borcke stirbt am Heiligen Abend im Alter von 82
Jahren.
1986
- Sternstunde
für Gestüt Fährhof: Acatenango gewinnt unter Stevie Cauthen den Grand Prix de Saint Cloud mit fünf Längen Vorsprung und es gibt im Laufe der Saison noch ein Sahnehäubchen;-): Acatenango und Zuchtgefährte Lirung gewinnen mit dem Aral-Pokal und dem Prix Jacques le Marois innerhalb einer Stunde zwei Rennen der
Gruppe I - Lirung wird zum Saisonende als europäischer Championmeiler
(vierjährige und ältere Pferde) gewählt.
1987
- die älteste
deutschsprachige Sportpublikation überhaupt, die "Sport-Welt" wird 100
Jahre alt.
Stefan Wegner gewinnt in Cheltenham die Weltmeisterschaft
der Hindernisjockeys.
1990
- genau am 31.
März "Erster Deutscher Gemeinschaftrenntag" mit Elektronentoto zum
Saisonstart in Hoppegarten. "Neu"gründung der Rennvereine Hoppegarten,
Dresden, Leipzig, Halle und Magdeburg.
Peter Alafi bricht den von Otto Schmidt gehaltenen Rekord von 2.218 Siegen.
1992
- die Telewette (Hauptsendezeit sonntags 16:10 h bei NTV) geht auf Sendung.
Eine der
überragendsten Trainerpersönlichkeiten stirbt, der unvergessene Sven v.
Mitzlaff.
Rätsel um den Fährhofer Ausnahmegalopper Lomitas,
eine Blutuntersuchung ergibt einen Giftanschlag auf den Fuchs. In einer
Nacht- und Nebelaktion wird der Hengst über England nach Amerika in
Sicherheit zu Monty Roberts gebracht. Erst 1996 kehrt er zurück nach
Fährhof.
1993
- wie der
Phoenix aus der Asche, am 7. August erster Renntag auf der
wiederaufgebauten Rennbahn Bad Doberan.
1995
- mit einem
Paukenschlag verabschiedet sich der Ittlinger Lando v.
Acatenango in die Zucht. Vor den Augen von circa 50.000
Zuschauern gewinnt der von Michael Roberts gerittene und vom Meister
Heinz Jentzsch trainierte Hengst den 15. Japan Cup, das seinerzeit
höchstdotierte Rennen der Welt.
Peter Schiergen gewinnt in diesem
Jahr 271 Rennen und überflügelt Sir Gordon Richard. Peter Schiergen
erhält als erster deutscher Jockey eine der heißbegehrten Gastlizenzen
des Hongkong Jockey Clubs.
Der legendäre Altmeister der DDR, einst
erfolgreicher Jockey, später erfolgreicher Trainer, Walter Genz, schließt
im Sommer im Alter von 85 Jahren für immer die Augen.
1996
- A
Magicmann gewinnt unter Andreas Suborics, trainiert von Hartmut
Steguweit, in der Höhle des Löwen den Prix de la Forèt (Gruppe I) in
Paris Longchamp. Natürlich als Riesenaussenseiter;-)
1997
- vor 42 Jahren
hatte sich zum letzten Mal eine Stute (Lustige) in die
Siegerliste des Deutschen Derbys eingetragen. In diesem Jahr heißt es in
Hamburg-Horn endlich wieder Ladytime: Borgia aus dem Gestüt Ammerland gewinnt unter Oliver Peslier, trainiert von Bruno Schütz, das
Deutsche Derby.
1998
- im Sommer
wird der 91jährige Gründer des Gestüts Fährhof, Walther J. Jacobs,
abberufen. Der große alte Mann des Galopprennsports "formte" aus Fährhof
- gelegen in der Nähe von Bremen - eins der erfolgreichsten Gestüte der
Nachkriegsära.
1999
- Rennstall
Darbovens Kifti v. Horst Herbert schreibt
Hindernisgeschichte in Meran. Der Wallach gewinnt mit Steuermann Dirk
Fuhrmann den Gran Premio Merano Forst, das höchstdotierte Jagdrennen
Europas. Trainer Freddy Gang.
2000
- der Röttgener
Sternkönig-Sohn Kallisto gewinnt als erstes deutsches
Pferd das Derby Italiano (Gruppe I), Siegreiter Andreas Boschert,
Siegtrainer Hans Blume.
Bruno Schütz, einer der erfolgreichsten
Trainer, stirbt nach schwerer Krankheit während der Hamburger
Rennwoche.
Der traditonsreiche Große Preis von Baden, Gruppe I, wird
erstmalig als Rennen der hochdotierten Emirates World-Serie ausgetragen.
Sieger ist der im Gestüt Karlshof gezogene für den Stall Blankenese laufende Samum v. Monsun. Jockey Andrasch Starke, Trainer
Andreas Schütz.
Unter der Obhut des Trainers Harro Remmert gelingt
der erste USA-Erfolg eines in Deutschland trainierten Pferdes:
Moonlady v. Platini punktet in der neuen Welt.
18.
Oktober, die ersten Seiten von www.Kincsem.de gehen "online";-)
2001
- der Fährhofer
Lomitas-Sohn Silvano macht im Frühjahr in Hongkong und
Singapur richtig Kasse und bringt so 2,5 Mio. DM in die Gestütskasse und die Erfolgsstory .
Jockey Andreas Suborics, Trainer: Andreas Wöhler.